Volksbank BRAWO: So wird der Neubau in Peine aussehen
Für den von der Volksbank BRAWO geplanten Neubau ihrer Peiner Hauptstelle am Marktplatz werden voraussichtlich im Mai 2026 die Bauarbeiten beginnen. Mit einem Fassadenwettbewerb, den die Volksbank BRAWO in Kooperation mit der Stadt Peine und ihrer Tochtergesellschaft BRAWO RE Building Solutions GmbH geplant und in den vergangenen Monaten durchgeführt hat, steht jetzt der Gewinner fest. Der Entwurf vom Architekurbüro struhk architektur GmbH aus Braunschweig konnte die Jury überzeugen. Dieser dient nun als Grundlage für den Neubau Am Markt in Peine.
Neuer Fassadenentwurf setzt architektonisches Zeichen am Marktplatz
„Peine und das gesamte Peiner Land sind und bleiben für uns ein ganz wesentlicher Teil unseres Geschäftsgebiets. Daher müssen wir in der Stadt nicht nur für die kommenden Jahre, sondern die kommenden Jahrzehnte vorbereitet sein“, leitete das Vorstandsmitglied der Volksbank BRAWO, Carsten Ueberschär, seine Ausführungen zum Neubau in Peine ein. Der Leiter der BRAWO-Direktion Peine, Stefan Honrath, hörte das sichtbar gerne. Zur Philosophie bei dem Vorhaben sagte er: „Wir legen bei unserem Neubau großen Wert darauf, dass sich dieser bestmöglich in das historische Ensemble am Marktplatz einbettet und dennoch einen Akzent setzt. Dieses Ziel haben wir mit dem Gewinnerentwurf erreicht. Ich bin schon voller Vorfreude, dass an dieser zentralen Stelle von Peine ein zukunftsorientiertes Gebäude und eine attraktive Adresse mit großer Strahlkraft entstehen wird.“
Die Auswahl zwischen neun Entwürfen traf eine Jury unter dem Vorsitz von Professorin Gesche Grabenhorst. Im Weiteren gehörten zur Jury Stefan Honrath, André Bonitzke, Markus Wenk (alle Volksbank BRAWO), Ulf Müller, Mario Boskugel (beide BRAWO RE Building Solutions), der damalige Stadtbaurat Hans-Jürgen Tarrey sowie der neue Stadtbaurat Florian Hahn. Beratend stand Dr. Jochen Gassmann von BRAWO Green Energy zur Seite, der als Spezialist für regenerative Energien und Energieeffizienz sein Know-how beisteuerte.
Den Wettbewerb konnte die struhk architektur GmbH aus Braunschweig für sich entscheiden. Mit einem umfassenden Konzept und der Fassadengestaltung, gepaart mit einer zeitgemäßen Interpretation historischer Elemente, vereinte das Architekturbüro nach Ansicht der Jury alle Anforderungen. Dazu Gesche Grabenhorst: „Der Entwurf für die Volksbank am Peiner Marktplatz überzeugt durch eine angemessene architektonische Haltung im städtebaulichen Kontext. Er verbindet eine zeitgemäße Präsenz mit einer sensiblen Einfügung in die Maßstäblichkeit und Atmosphäre des Ortes. Die Grundrissorganisation ist klar strukturiert und auf flexible Nutzungen ausgerichtet. Eine zentrale Halle fungiert als räumliches und funktionales ‚Herz‘, ergänzt durch einen begrünten Innenhof mit Aufenthalts- und Klimawirkung sowie einen schlüssig integrierten, vielseitig nutzbaren Veranstaltungsbereich. Besondere Qualität zeigt sich in der durchgängigen Lichtführung, die natürliche Belichtung gezielt einsetzt, um Orientierung, räumliche Verknüpfung und atmosphärische Wirkung im gesamten Gebäude zu stärken.“
Aus dem stolzen Gewinnerbüro war zu hören: „Wir sind sehr froh, dieses großartige und spannende Projekt durchführen zu dürfen. Alle unsere Projekte folgen dem Prinzip: Human-Centered-Architecture. So haben wir auch in diesem Entwurf unsere Ansprüche der klimaschonenden Architektur, Energieeffizienz und eine soziale sowie eine flexible Gestaltung ästhetisch umsetzen können“, erläuterte Bernd Paliga-Könneke vom Architekturbüro struhk architektur GmbH.
Moderne Architektur trifft historische Umgebung
Florian Hahn, Stadtbaurat der Stadt Peine, ist sichtlich mit dem Ergebnis des Wettbewerbs zufrieden: „Aus städtebaulicher und architektonischer Sicht ist es mit dem Entwurf gelungen, einen Neubau zu gestalten, der sich harmonisch in den historischen Markplatz integriert, gleichwohl zeitgemäß ist und nicht als Fremdkörper empfunden wird.“ Zudem hob er positiv die sehr frühzeitige Einbindung der Stadt Peine durch die Volksbank hervor: „Mein Vorgänger Hans-Jürgen Tarrey und ich waren seit den ersten Überlegungen eingebunden und konnten uns so frühzeitig einbringen.“ Der Bürgermeister der Stadt Peine, Klaus Saemann, griff diesen Aspekt auf: „Das war umso wichtiger, da es sich um ein zentrales Bauvorhaben mit hoher Bedeutung für die Innenstadt handelt.“ Auch er begrüßt das Vorgehen der BRAWO: „Ich freue mich sehr, dass die Volksbank BRAWO sich zum Standort Peine bekennt und mit dem Neubau in die Zukunft investiert.“
Der Neubau, der voraussichtlich Anfang 2028 fertiggestellt wird, greift die Struktur der umliegenden Gebäude auf und interpretiert sie auf moderne Weise weiter. Die Juryvorsitzende Frau Prof. Grabenhorst hebt hervor, dass der Entwurf wesentliche Höhenbezüge der umgebenden Bebauung – insbesondere Sockel-, Trauf- und Fensterlinien – präzise aufnimmt und in die architektonische Gestaltung integriert. „Dadurch entsteht ein harmonisches Gesamtbild, das die Einbindung in den städtebaulichen Kontext überzeugend herstellt. Zugleich werden charakteristische Elemente des Marktplatzes aufgegriffen und in eine zeitgemäße Formensprache überführt. Dies gilt insbesondere für die ortstypischen Farbnuancen von Dächern und Fassaden, die im Neubau neu interpretiert werden. Der Eingangsbereich wird durch einen klar akzentuierten Windfang sowie eine korrespondierende Dachgaube markiert und formuliert eine prägnante Adresse zum Marktplatz. Das Sockelgeschoss zeichnet sich durch großformatige, bodentiefe Verglasungen aus, die eine hohe Transparenz erzeugen und den Dialog zwischen Innen- und Außenraum stärken.“
Ueberschär ergänzt: „Das neue Gebäude macht von außen neugierig, was in der Bank passiert.“ Das Obergeschoss beherbergt zudem eine große Dachgaube und bietet dadurch eine gute Aussicht auf den historischen Marktplatz.
Die Fremdnutzung oder Untermietungen des Gebäudes werden wegfallen und die Nutzung ausschließlich bei der Volksbank BRAWO liegen. Neben einem Servicebereich, einer Mietfachanlage und natürlich belichteten, diskreten Büros für die Kundenberatung, wird es einen Innenhof im Erdgeschoss sowie einen Veranstaltungsbereich im Dachgeschoss mit einer Dachterrasse geben. Der Kundenparkplatz wird ausgebaut und der Zugang in die Volksbank über den Windmühlenwall möglich. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden natürliche und wiederverwendbare Materialien verwendet und damit ein niedriger CO2-Fußabdruck entstehen.
Nachhaltiger Neubau als klares Bekenntnis zum Standort Peine
Stefan Honrath betont: „Es ist uns besonders wichtig, den Neubau als Ausdruck für die Bedeutung der Volksbank BRAWO in Peine und dem umliegenden Peiner Land zu sehen. Daher haben wir in enger Abstimmung mit Vertretern der Stadt Peine und Bau-Expertinnen und Experten intensiv zusammengearbeitet. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken. Dies gilt auch für die hervorragenden Entwürfe der Architekturbüros.“
Neben den architektonischen Aspekten geht es um die Beratungs- und Servicequalität für die Kunden. Dazu Carsten Ueberschär: „Wir müssen und werden auch hier bestmögliche Beratungsbedingungen bieten. Genau das schaffen wir jetzt. Jeder Versuch, dies im bestehenden Gebäude zu realisieren, hätte zwangsläufig zu Kompromissen und unvollständigen Lösungen geführt. Wir sind überzeugt von der Zukunft der Peiner Innenstadt und tragen mit diesem Projekt maßgeblich dazu bei.“ Gleichzeitig sei das Gebäude durch eine höchstmögliche Flexibilität bei der Innengestaltung darauf ausgelegt, auch bei sich ändernden Anforderungen in zehn oder 20 Jahren optimale Voraussetzungen zu bieten.
Betraut mit dem Bauvorhaben ist die Volksbank-Tochtergesellschaft BRAWO RE Building Solutions GmbH. Deren Geschäftsführer Ulf Müller hat mit seinem Team auch den Fassadenwettbewerb geplant. Eine Vorgabe des Bauprojekts umfasse das Thema Nachhaltigkeit, so Müller und ergänzt dazu: „Mit dem Neubau verfolgen wir das Ziel der DGNB-Zertifizierung in Gold. Diese ist eine der höchsten Auszeichnungen der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Es bescheinigt, dass ein Gebäude besonders hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllt – weit über die Mindestanforderungen hinaus.“ Die BRAWO RE Building Solutions GmbH hatte den Architektenwettbewerb fachlich vorbereitet und die Anforderungen von Seiten der Bank für die Ausschreibung berücksichtigt. Architekturbüros aus Braunschweig, Salzgitter und Hannover nahmen mit unterschiedlichsten Entwürfen teil. Der Wettbewerb erstreckte sich über rund drei Monate.



