„Die Einlagen unserer Kunden sind sicher“
Die Volksbank BRAWO und ihre Unternehmensgruppe, die BRAWO GROUP, befinden sich in einer Zeit der Veränderung und Transformation. Mit dem Wechsel im Vorstand ergeben sich zahlreiche Fragen für die Kundinnen und Kunden, Mitglieder und Geschäftspartner. Der Vorstandssprecher Dr. Lars Berkefeld und Vorstandsmitglied Carsten Ueberschär haben sich den Fragen der Medien gestellt.
Hier die wichtigsten Aussagen und Botschaften:
Thema aktuelle Herausforderungen…
Lars Berkefeld: „Vor allem die allgemein schwierige Wirtschaftslage, die viele Unternehmen in unserer Region belastet. In unserem Immobilien- und Projektentwicklungsgeschäft macht sich der Anstieg der Zinsen und Baukosten bemerkbar. Manche von uns entwickelte Projekte können nicht mehr so realisiert werden wie vor einigen Jahren angenommen. Erwartungen an die Rentabilität mussten zurückgenommen werden. Der ganze Markt befindet sich seit drei Jahren permanent in der Krise. Unser Geschäft mit vermieteten Bestandsimmobilien hingegen läuft stabil.“
Carsten Ueberschär: „Die Wirtschaft ist nicht nur aus konjunkturellen, sondern auch aus strukturellen Gründen schwach. Das wird uns noch länger beschäftigen. Die damit verbundenen Kreditrisiken für die Volksbank BRAWO sind jedoch überschaubar; die haben wir gut im Griff. Die Wirtschaftsflaute schlägt sich allerdings auch bei unseren Unternehmensbeteiligungen nieder. Bei mittelständischen Firmen, in die die BRAWO GROUP investiert hat.“
Thema Sicherheit von Einlagen…
Berkefeld: „Ja, die Einlagen unserer Kunden sind sicher. Wir erfüllen auch weiterhin sämtliche regulatorischen Liquiditätsanforderungen sowie die harten Kapitalanforderungen. Das klassische Bankgeschäft der BRAWO ist absolut robust. Die Einlagen unserer Kunden wären darüber hinaus aber auch durch den Institutsschutz der Sicherungseinrichtung des BVR geschützt. Über einen gemeinsamen Fonds helfen die angeschlossenen Kreditinstitute einander in Notfällen. Dadurch, dass der Bestand der Banken insgesamt geschützt wird, sind auch die Kundeneinlagen gesichert, also etwa Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten, Spareinlagen oder Festgeld. Durch den Institutsschutz gilt dies auch über die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung von 100.000 Euro hinaus.“
Thema Sicherheit der Kunden-Depots…
Berkefeld: „Die Depots unserer Kunden gelten als Sondervermögen und sind damit nicht Eigentum der Bank. Wir als Volksbank BRAWO verwahren die im Depot liegenden Wertpapiere treuhänderisch für unsere Kunden. Die Wertpapiere sind somit immer und zu jeder Zeit im Eigentum des Kunden. Selbst im Falle einer schweren Krise hätten die Gläubiger niemals und zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Depots unserer Kunden.“
Thema Überprüfung der Geschäftsstrategie…
Berkefeld: „Wir haben bei der BRAWO GROUP mit ihren rund 400 Beteiligungen ein besonderes Maß an Komplexität. Das wollen wir verschlanken, etwa bei den Projektentwicklungsdienstleistern. Man muss sich überlegen, ob alles, was vor fünf Jahren seine Berechtigung hatte, heute noch aufrechterhalten werden muss.“
Ueberschär: „Wir werden mit unseren Gremien über die künftige Struktur entscheiden. Drei Änderungen sind aber schon absehbar: Es wird bei den Aktivitäten der Unternehmensgruppe eine stärkere Regionalität geben. Die Komplexität wird verringert. Das klassische Bankgeschäft soll gestärkt werden und wieder eine größere Rolle spielen. Das ist die grobe Richtung. Details müssen noch ausgearbeitet und beschlossen werden. Eine Neuausrichtung bietet auch immer Chancen und Möglichkeiten.“
Thema Unterstützung durch die Sicherungseinrichtung des BVR…
Berkefeld: „Die Volksbank BRAWO würde im Rahmen einer Stützungsmaßnahme beispielsweise mit zusätzlichem Kapital ausgestattet. Das heißt: Risiken, die in Zukunft möglicherweise auftreten könnten, werden frühzeitig abgefedert. Wir sind dazu in enger Abstimmung mit dem BVR, wie eine Stützung aussehen kann. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Denkbar wären theoretisch Bürgschaften oder auch eine Kapitalspritze, die wir dann aber auch wieder zurückzahlen. Die Bereitschaft des BVR zur Unterstützung gibt uns die Ruhe, die Neuausrichtung der BRAWO GROUP konsequent, aber ohne Hektik zu organisieren.“
Thema Immobilienprojekte…
Ueberschär: „Wir schauen uns derzeit das komplette Portfolio unserer Immobilienprojekte an und bewerten die jeweiligen Entwicklungsstände. Zu einzelnen Projekten können wir daher noch keine Aussage treffen. Wir hatten bereits sehr gute Gespräche sowohl mit dem Oberbürgermeister von Braunschweig als auch dem von Wolfsburg. Wir sind in einem guten Austausch. Die im Bau befindlichen Objekte wie beispielsweise der Neubau der BRAWO Arkaden in Wolfsburg werden fertiggestellt.“
Thema Sport- und Kultursponsoring…
Ueberschär: „Wir halten uns an bestehende Verträge. Alles andere muss man im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der BRAWO GROUP betrachten. Der Vertrag mit Eintracht Braunschweig läuft bis 2028. Die Frage, ob möglicherweise das gesamte Sponsoringbudget reduziert wird, ist ein Teil unserer umfassenden Status-quo-Analyse.“
Thema Arbeitsplätze…
Berkefeld: „Es ist noch zu früh, um darüber zu reden. Zunächst muss die Status-quo-Analyse beendet und entschieden werden, wie das Zukunftsmodell der BRAWO GROUP aussehen wird. Selbstverständlich werden wir aber mit allen Entscheidungen sehr verantwortungsbewusst umgehen.“
